Ocean Vuong – On Earth We’re Briefly Gorgeous

Ocean Vuong - On Earth We're Briefly Gorgeous

Wie weit muss der Blick reichen, um die eigene Geschichte zu verstehen, gänzlich zu fassen? On Earth We’re Briefly Gorgeous, der Debütroman von Ocean Vuong, versucht diese Frage zu beantworten, indem der Blick des Schreibenden von sich selbst zur Mutter wandert, von den USA nach Vietnam, von der Gegenwart in die Vergangenheit. Indem er einen Brief an seine Mutter schreibt, die diesen vermutlich nie lesen wird, weil sie es nie gelernt hat.

 

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Gunther Geltinger – Benzin

Gunther Geltinger - Benzin

„Sie fahren abwechselnd. Vinz am Tag, Alexander nachts.“ Die Reise führt das Paar durch die Straßen Südafrikas, wo es „keinen anderen Weg mehr gibt, als den gemeinsamen, eine durchbrochene Linie, die grün markiert ist, in der Farbe der Hoffnung.“ Hier werden sie mit all den Rohstoffen, die ihnen abhandengekommen sind, konfrontiert: Liebe, Souveränität und Vertrauen.

 

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Platon – Symposion

Platon - Symposion

Ein weiteres Besäufnis oder doch gepflegte Unterhaltung? Ich weiß, was passiert, wenn ich Gäste einlade, doch in Platons Symposion (auch unter dem Titel Das Gastmahl bekannt) entscheidet man sich aufgrund der allgemeinen Katerstimmung und auf Wunsch des Phaidros dafür, Lobreden auf den Gott Eros zu halten. Phaidros, Pausanias, Eryximachos, Aristophanes und Agathon, sie alle preisen den Gott der Liebe und bekommen am Ende von Sokrates den Kopf zurechtgerückt. Rhetorik, das mag ja ganz nett sein, aber ist es auch wahr?

 

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Yukio Mishima – Bekenntnisse einer Maske

Yukio Mishima - Bekenntnisse einer Maske

Yukio Mishimas Bekenntnisse einer Maske ist die erste wichtige homosexuelle Erzählung aus Japan seit Ihara Saikakus Der Liebespfad der Samurai. Zumindest soll Mishima selbst genau das einst behauptet haben. Mehr als 250 Jahre liegen zwischen den beiden Büchern, die 1687 und 1949 erschienen sind und in dieser Zeit hat sich Japans Einstellung gegenüber der Männerliebe radikal geändert. Ein Wandel, der auf den wachsenden Einfluss des Westens zurückzuführen ist. Wie viel Gewicht man auch immer Mishimas Aussage schenken mag, Bekenntnisse einer Maske ist einer der Klassiker der schwulen Literatur. Und 2018 wurde dieser vom Kein & Aber Verlag glücklicherweise zum ersten Mal direkt aus dem Japanischen ins Deutsche übersetzt.

 

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Paul Monette – Borrowed Times. An AIDS Memoir

Paul Monette - Borrowed Times. An AIDS Memoir 01

Meine Ausgabe von Borrowed Times. An AIDS Memoir ist gebraucht. In dem Buch erzählt Paul Monette von den letzten zwei Jahren seines an AIDS erkrankten Partners Roger Horwitz, den er bis zu seinem Tod gepflegt hat. Unter der Widmung an Dennis Cope, dem Arzt von Roger Horwitz, hat der Vorbesitzer des Buches die Namen von Paul und Roger mitsamt ihren Lebensdaten geschrieben (auch wenn diese tatsächlich um einige Jahre abweichen). Und jedes Mal, wenn ich nach der Lektüre diese Namen so beieinander sehe, spüre ich einen Riss durch mich gehen. Paul Monette schreibt über einen einzelnen Menschen und genau deswegen offenbart das Buch das volle Ausmaß der Epidemie, all die ausgelöschten Biographien einer gesamten Generation, das Potential und die Leben, die hätten sein können.

 

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Rita Mae Brown – Rubinroter Dschungel

Rita Mae Brown - Rubinroter Dschungel

Lesbisch? Dann sollte man Rubinroter Dschungel von Rita Mae Brown lesen. Zugegeben, ein bisschen plakativ, aber diese Aussage beschreibt den Status, den dieser Klassiker der lesbischen Literatur genießt, sehr treffend. Kein Wunder, denn auch wenn der Roman bereits 1973 erschienen ist, sind viele seiner Themen noch immer aktuell.

 

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Marlon James – Black Leopard, Red Wolf

Marlon James - Black Leopard, Red Wolf

2015 hat Marlon James für seinen vielstimmigen Roman A Brief History of Seven Killings als erster jamaikanischer Schriftsteller den Man Booker Prize gewonnen. Jetzt legt er mit dem Nachfolgewerk Black Leopard, Red Wolf den Auftakt zu einer literarischen Fantasy Trilogie vor, basierend auf einer Vielzahl afrikanischer Mythen – und voller queerer Charaktere.

 

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Herta Müller – Atemschaukel

Herta Müller - Atemschaukel

Leopold Auberg ist 17 Jahre alt, als er im Januar 1945 in ein russisches Arbeitslager deportiert wird. Doch Leopold hat das Schweigen bereits im Nacken. Er will weg aus „der kleinen Stadt, wo alle Steine Augen hatten“, weg vom Erlenpark und dem Neptunbad, wo er sich mit fremden Männern verabredet. Sein Hirn ist taub für das Wort Lager, in dem er die nächsten fünf Jahre verbringen wird.

 

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