Mario Wirz – Es ist spät, ich kann nicht atmen: Ein nächtlicher Bericht

Hysterische Zahlenakrobatik. Von eins bis vierhundertzwanzig.  Die T-Helfer-Zellen fallen wie die Schneeflocken vor dem nächtlichen Fenster. Er ist des müde seins müde, der Verbitterung und des Selbstmitleids. Doch seit fünf Jahren ist Mario HIV-positiv und sein Leben gleicht einer langen Nacht. Er ist Ein Sofasitzer geworden, raucht eine Zigarette nach der anderen und versucht sein Leben rückwärts zu gehen, eine Bilanz zu ziehen. Aber kann man eine Lektion aus AIDS ziehen?

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Matthew Krouse, Kim Berman (Hrsg.) – The Invisible Ghetto: Lesbian and Gay Writing from South Africa

Aller Anfang ist schwer, wenn es darum geht, das Schweigen zu brechen. Diesen Versuch will aber die 1995 veröffentlichte Anthologie The Invisible Ghetto: Lesbian and Gay Writing from South Africa wagen, herausgegeben von Matthew Krouse und Kim Berman.

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Michael Power – Shadow Game

Als Michael Power 1972 Shadow Game veröffentlichte, musste er sich der Radikalität des Romans bewusst gewesen sein. Derart schonungslos in der Darstellung der grausamen Apartheid-Politik und der Liebe zwischen zwei Männern – der eine weiße, der andere schwarz – wurde das Buch in Südafrika verboten und auf Wunsch des Autors unter dem Pseudonym Laurence Eben in England veröffentlicht. Erst 2008 konnte Shadow Game unter richtigem Namen in Südafrika veröffentlicht werden. Vielleicht auch deswegen ist der Roman größtenteils in Vergessenheit geraten. Zu Unrecht, denn wie Power über diese verbotene Liebe und damit auch über Rassismus, Gewalt und Macht schreibt, ist kein bisschen sentimental oder didaktisch.

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Nkunzi Zandile Nkabinde – Black Bull, Ancestors and Me: My Life as a Lesbian Sangoma

Hinweis: Nkunzi Zandile Nkabinde ist am 24.05.2018 verstorben. Bis zu diesem Zeitpunkt war ein weiteres Buch geplant, Nkabinde hat sich kurz vor ihrem Tod als trans Person identifiziert und wollte auch darüber schreiben. Da Nkabinde in allen selbst verfassten Texten sie/ihr Pronomen verwendet, folgt die Besprechung von Black Bull, Ancestors and Me (2008) diesem Wunsch.

Nkunzi Zandile Nkabinde ist lesbisch und eine Sangoma, eine traditionelle Heilerin. Sie bewegt sich zwischen Moderne und Tradition, aber auch zwischen den Geschlechtern. Sie tanzt wie eine Frau, sie schlachtet wie ein Mann. Mit diesem Tanz zwischen den Welten schafft sie es, ihr Geschlecht neu zu inszenieren und zu fühlen. Es ist ein Tanz, der patriarchale Strukturen untergräbt – aber auch reproduziert und festigt.

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Gunther Geltinger – Moor

Dion: Libellenjunge, Moorkind, Stotterer. Sprachlos ist er, unfähig sich der Wahrheit, den Erinnerungen mit Worten zu nähern. Und die Sprache, die er hat, kommt vom Moor. Dion ist stumm wie ein Tümpel, seine Worte gleichen einem Tröpfeln und Drippeln „wie in den verborgenen Rinnsalen der Schlenken, wo das Wasser steigt und fällt und doch nicht fließt.“ Und deswegen ist es auch nicht Dion, der seine Geschichte erzählt, es ist das Moor, das mit der Syntax der Natur für ihn und zu ihm spricht.

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GASTfreundschaften: Stadtschreiberin Judith Kuckart trifft Gunther Geltinger

Bewegte Bilder und bewegende Bilder. Doch wen bewegen sie? Den Autor, die Figuren, den Leser? Die Dortmunder Stadtschreiberin Judith Kuckart hat am 20.10.2020 Gunther Geltinger ins Literaturhaus Dortmund eingeladen, um mit ihm das Verhältnis zwischen Text und Film zu verhandeln.

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