Sentimentheken: Ansätze zu einem schwulen Kanon – 5. Fazit

Die vorangegangenen Beobachtungen und Feststellungen sind als Ansätze zu verstehen. In einem doppelten Sinne ist Robert Drakes Hoffnung, dass sein schwuler Kanon keine abgeschlossene, sondern eine hoffentlich nie zu beendende Arbeit sei,[1] hier als Agenda festzuhalten.

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4. Herausforderungen beim Kanonisierungsprozess von schwuler Literatur – 4.2 Die Herausforderungen eines transnationalen schwulen Kanons

4.2.1 Weltliteratur in Zeiten der Globalisierung

Ein Kanon schwuler (Welt-)Literatur mit einer transnationalen Ausrichtung muss sich den Herausforderungen einer globalisierten Welt stellen. Wie genau jedoch Weltliteratur definiert wird, ist, genau wie die Frage nach der Beziehung zwischen Weltliteratur und dem Prozess der Globalisierung, nicht eindeutig geklärt.[1]

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Matthew Griffin – Hide

Das schwule Paar gibt es nicht. Das war lange Zeit ein gutes Totschlagargument gegen alle Rechte, die von homosexuellen Männern eingefordert wurden. Wozu die Ehe für alle, wenn der Homosexuelle schlechthin zu keinerlei Bindung fähig ist? Dabei genügt ein Blick auf den Raum der Literatur, um das Gegenteil zu beweisen. W.H. Auden und Chester Kallman, Oscar Wilde und Alfred Douglas, Christopher Isherwood und Don Bachardy, André Gide und Marc Allégret, sie alle sind Beispiele für das schwule Paar – die ihre Beziehung jedoch im Verborgenen geführt haben. Mit seinem Romandebüt Hide (Deutsch: Im Versteck, erschienen im Männerschwarm Verlag) hat Matthew Griffin ein fiktionales Beispiel und Vorbild geschaffen.

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Tomasz Jedrowski – Swimming in the Dark

Es beginnt mit einem Brief, einem Blick in die Vergangenheit und das Heimatland, das einem in der Ferne fremd zu werden droht. Es beginnt mit dem Versuch, Herr über die eigenen Erinnerungen zu werden, sie nennbar zu machen. Swimming in the Dark, der Debütroman von Tomasz Jedrowski, ist ein beeindruckendes Stück Literatur und Hommage an seine Vorfahren.

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Garth Greenwell – Cleanness

Von Anfang hat Garth Greenwell deutlich gemacht, dass sein Debütroman What Belongs to You und sein Nachfolger Cleanness ein Projekt sind. Dieses Mal begegnen wir dem namenlosen amerikanischen Expat dabei, wie er sein Leben in Sofia navigiert und seine Rückkehr in die USA vorbereitet. What Belongs to You wurde schnell – zurecht! – als moderner Klassiker der queeren Literatur gefeiert. Auf der Welle dieses Erfolgs erzählt Cleanness noch eindrucksvoller davon, was es bedeutet, queer zu sein

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4. Herausforderungen beim Kanonisierungsprozess von schwuler Literatur – 4.1 Zensur von schwuler Literatur

4.1.1 Selbstzensur

Für die Bildung eines Kanons spielen sowohl ökonomische als auch sozialkulturelle Bedingungen eine entscheidende Rolle, die sich auch gegenseitig bedingen.[1] Führen also sozialkulturelle Rahmenbedingungen wie Diskriminierung gegen eine bestimmte Gruppe zu einer Zensur in Form eines Publikationsverbotes von Texten, die eine entsprechende Thematik behandeln, können diese konsequenterweise nicht käuflich erworben werden. Wie bereits beschrieben, entscheiden Buchkäufe mitunter darüber, was von einer Gesellschaft gelesen werden soll und ob ein Werk kanonisiert wird. Die Diskriminierung gegen Homosexuelle hat eine lange Geschichte und ebenso die der Zensur von Texten, die sich mit dem Thema der Homosexualität befassen. Die Zensur – welche verschiedene Formen annehmen kann – erschwert das Kanonisieren schwuler Literatur ungemein.

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