Yukio Mishima – Bekenntnisse einer Maske

Yukio Mishima - Bekenntnisse einer MaskeYukio Mishimas Bekenntnisse einer Maske ist die erste wichtige homosexuelle Erzählung aus Japan seit Ihara Saikakus Der Liebespfad der Samurai. Zumindest soll Mishima selbst genau das einst behauptet haben. Mehr als 250 Jahre liegen zwischen den beiden Büchern, die 1687 und 1949 erschienen sind und in dieser Zeit hat sich Japans Einstellung gegenüber der Männerliebe radikal geändert. Ein Wandel, der auf den wachsenden Einfluss des Westens zurückzuführen ist. Wie viel Gewicht man auch immer Mishimas Aussage schenken mag, Bekenntnisse einer Maske ist einer der Klassiker der schwulen Literatur. Und 2018 wurde dieser vom Kein & Aber Verlag glücklicherweise zum ersten Mal direkt aus dem Japanischen ins Deutsche übersetzt.

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Paul Monette – Borrowed Times. An AIDS Memoir

 

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Meine Ausgabe von Borrowed Times. An AIDS Memoir ist gebraucht. In dem Buch erzählt Paul Monette von den letzten zwei Jahren seines an AIDS erkrankten Partners Roger Horwitz, den er bis zu seinem Tod gepflegt hat. Unter der Widmung an Dennis Cope, dem Arzt von Roger Horwitz, hat der Vorbesitzer des Buches die Namen von Paul und Roger mitsamt ihren Lebensdaten geschrieben (auch wenn die Lebensdaten tatsächlich um einige Jahre abweichen). Und jedes Mal, wenn ich nach der Lektüre diese Namen so beieinander sehe, spüre ich einen Riss durch mich gehen. Paul Monette schreibt über einen einzelnen Menschen und genau deswegen offenbart das Buch das volle Ausmaß der Epidemie, all die ausgelöschten Biographien einer gesamten Generation, das Potential und die Leben, die hätten sein können.

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Rita Mae Brown – Rubinroter Dschungel

Rita Mae Brown - Rubinroter DschungelLesbisch? Dann sollte man Rubinroter Dschungel von Rita Mae Brown lesen. Zugegeben, ein bisschen plakativ, aber diese Aussage beschreibt den Status, den dieser Klassiker der lesbischen Literatur genießt, sehr treffend. Kein Wunder, denn auch wenn der Roman bereits 1973 erschienen ist, sind viele seiner Themen noch immer aktuell.

 

 

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Marlon James – Black Leopard, Red Wolf

Marlon James - Black Leopard, Red Wolf2015 hat Marlon James für seinen vielstimmigen Roman A Brief History of Seven Killings als erster jamaikanischer Schriftsteller den Man Booker Prize gewonnen. Jetzt legt er mit dem Nachfolgewerk Black Leopard, Red Wolf den Auftakt zu einer literarischen Fantasy Trilogie vor, basierend auf einer Vielzahl afrikanischer Mythen – und voller queerer Charaktere.

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Herta Müller – Atemschaukel

Herta Müller - AtemschaukelLeopold Auberg ist 17 Jahre alt, als er im Januar 1945 in ein russisches Arbeitslager deportiert wird. Doch Leopold hat das Schweigen bereits im Nacken. Er will weg aus „der kleinen Stadt, wo alle Steine Augen hatten“, weg vom Erlenpark und dem Neptunbad, wo er sich mit fremden Männern verabredet. Sein Hirn ist taub für das Wort Lager, in dem er die nächsten fünf Jahre verbringen wird.

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Chinelo Okparanta – „Under the Udala Trees“

chinelo okparanta - under the udala treesEs ist 1968 als der Krieg zwischen den verschiedenen Volksgruppen in Nigeria seinen Höhepunkt erreicht und die 12jährige Ijeoma ihren Vater bei einem Bombenangriff verliert. Ihre von Trauer überwältigte Mutter schickt sie zu einem befreundeten Ehepaar, wo sie die Waise Amina kennenlernt. Amina ist Hausa, Ijemoa Igbo. Ihre junge Liebe wird Ijeomas Leben bestimmen. Chinelo Okparanta erzählt in ihrem Debütroman Under the Udala Trees die Coming-of-Age Geschichte eines Mädchens und eines Landes.

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Davit Gabunia – „Farben der Nacht“

davit gabunia - farben der nachtAuf der Frankfurter Buchmesse 2018 war Georgien Ehrengast. Eines der dort vorgestellten Bücher: Farben der Nacht, das Debüt von Davit Gabunia erschienen im Rowohlt Verlag. Das Wort Debüt ist jedoch etwas irreführend, denn in seinem Heimatland kennt man Gabunias Namen durchaus. Er hat Harry Potter und Shakespeare ins Georgische übersetzt und sowohl Theaterstücke als auch eine TV Serie geschrieben. Hoch- und Populärkultur vereinen, das können die wenigsten. Entsprechend hoch waren natürlich die Erwartungen an den Roman.

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John Boyne – „The Heart’s Invisible Furies“

John Boyne - The Heart's Invisible FuriesFür The Heart’s Invisible Furies hat sich John Boyne, bekannt für sein Kinderbuch The Boy in the Striped Pyjamas, eine Menge vorgenommen: Anhand von Lebensabschnitten im Abstand von jeweils sieben Jahren erzählt Cyril Avery in einem leichten Ton sein eigenes Leben – und damit ein Stück irischer und schwuler Geschichte. Leider scheitert das Buch auf ganzer Linie an John Boynes eigenen Ambitionen.

 

 

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Colm Tóibín – „Love in a Dark Time. Gay Lives From Wilde to Almodóvar“

F05BF3C0-1571-4A01-921F-0F283197DD84Den meisten ist Colm Tóibín wohl als Autor von The Story of the Night, The Blackwater Lightship oder auch The Master bekannt, alles Bücher, die für den Booker Prize beziehungsweise den Man Booker Prize nominiert waren und sich auf unterschiedliche Art mit homosexuellen Identitäten auseinandersetzen. Tóibín war aber ebenso als Journalist tätig. Love in a Dark Time. Gay Lives from Wilde to Almodóvar ist ein Ergebnis davon, ein Großteil der Essays ist zuvor in London Review of Books erschienen. Das Buch bietet aber auch Aufschluss über Tóibíns Werk, denn als Andrew O’Hagan von der Zeitschrift 1993 mit der Frage an ihn trat, über seine eigene Homosexualität zu schreiben, hatte er noch keines der oben genannten Bücher geschrieben und fühlte sich alles andere als bereit, diesen Teil von sich selbst zu konfrontieren. Erst der Umweg über fremde Biographien ermöglichte ihm das.

 

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